Frauenverein Diersheim

 

Der Evangelische Frauenverein Diersheim ist einer der ältesten Diersheimer Vereine. Gegründet wurde er 1897 auf Initiative  einer Gruppe engagierter Frauen, denen es zu verdanken ist, dass es in Diersheim einen Kindergarten gibt. Denn dies war das Ziel bei der Gründung des Vereins: ein Kindergarten, in dem die Kinder aufgehoben sind, wenn die Mütter bei der Arbeit in der Landwirtschaft helfen mussten.

 

Kindergarten 1906: 82 Kinder und nur 1 Erzieherin

Für Jung...

Heute sind Kirchengemeinde und Stadt Rheinau die Träger des Kindergartens. Dennoch ist der Frauenverein als „Förderverein“ eine wichtige Stütze des Kindergartens. In Zeiten von knappen Haushaltsplanungen können somit über den Frauenverein Anschaffungen getätigt werden, die sonst nicht möglich wären. Spiele, Spielgeräte für den Außenbereich oder T-Shirts, die die Kindergartenkinder mit Begeisterung bei ihnen Aufführungen in der Gemeinde tragen.

 

T-Shirt-Übergabe im Kindergarten

Viele Frauen – egal welcher Konfession – treten somit gerne in den Frauenverein ein, wenn ihr Kind in den Kindergarten kommt. Und diese Verbundenheit bleibt meistens auch bestehen – weit über die Kindergartenzeit hinaus.

 

... und Alt

Eine weitere wichtige Aufgabe des Frauenvereins liegt in der Seniorenarbeit. Jedes Jahr in der Adventszeit wird der Seniorennachmittag veranstaltet, zu dem alle Diersheimer Senioren eingeladen werden. Bei Kaffee und Kuchen und später dann auch beim Abendessen, wird ein buntes Programm durch die Kindergartenkinder, den Schülern der Grundschule und durch die Bläserjugend geboten. 

 

Seniorennachmittag des Frauenvereins

 

Unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit für Jung und Alt. Wir freuen uns auf Sie.

Ihr

Evangelischer Frauenverein Diersheim

 

 

Geschichte des Evang. Frauenverein Diersheim seit der Gründung 5.01.1896 bis 2021 zum 125-järigen Jubiläum

 
Am 4. Juni 1859 erließ die Großherzogin Luise von Baden eine Denkschrift, in der die Vorsteher der religiösen und der politischen Gemeinden in Baden aufgefordert wurden, Frauenvereine zu gründen. Unter dem langjährigen Protektorat der Landesfürstin entwickelte er sich zur größten Massenorganisation von Frauen im Großherzogtum Baden. Männer waren in beratender und finanzierender Funktion in die Vereinsstruktur eingebunden, etwa als Beirat. Der Verein war wertekonservativ ausgerichtet.
 
Der Diersheimer Frauenverein wurde von engagierten Frauen am 05.01.1896 gegründet. Er ist nach dem MGV der zweitälteste Diersheimer Verein. Er stellte sich in seiner Satzung zur Aufgabe eine Kleinkinderschule zu gründen und zu unterhalten.
 
Die erste Vorsitzende war Theresia Barck, die Ehefrau des damaligen Pfarrers. Sie wurde von 6 weiteren Vorstandsmitglieder unterstützt. Beirat und Rechner war Pfarrer Erich Barck. Bis in die 80iger Jahre waren alle Ehefrauen der hiesigen Pfarrer Vorsitzende und die Pfarrer regelten in den ersten Jahren die Finanzen. Später übernahm der Rechner der Evangelischen Kirchengemeinde Diersheim die Kasse. Seit 1982 bestimmt die von der Generalversammlung gewählte Vorstandschaft die erste und zweite Vorsitzende, die Schriftführerin und Rechnerin aus ihrer Mitte. Seit der Gründung arbeitet der Frauenverein mit dem jeweiligen Pfarrer oder Pfarrerin (bisher mit 15 Pfarrer, z. Zt. Ulla Eichhorn) sowie der Kirchengemeinde eng zusammen. Bis heute waren 110 Diersheimer Frauen im Vorstand tätig. Sie haben somit den Verein mitgeprägt und Verantwortung übernommen.
 
Im November 1897 wurde für einen Kindergarten ein Pachtvertrag für Haus und Grundstück zwischen der Gemeinde Diersheim und Friedrich Keck (später Michael Heidt I, heute Fischereck 1) abgeschlossen.
 
Der Vorstand der Kleinkinderschule schloss mit dem Mutterhaus für Kinderpflege Nonnenweier bei der Gründung einen Vertrag, indem ausdrücklich festgehalten wurde, dass alle Kinder, auch Kinder nichtchristlicher Konfession, aufgenommen werden können. Der Vorstand entschied über die Aufnahme der Kinder in den Kindergarten.
 
Am 28.02.1898 trat die erste Diakonissin Kinderschwester Johanna Müller Ihren Dienst im Kindergarten an. Bis 1966 waren 8 Diakonissen und 4 Erzieherinnen des Mutterhauses Nonnenweier in Diersheim tätig. Seit 1975 werden die Kindergartenkinder von freien Erzieherinnen betreut.
 
Bescheiden waren die Anfänge der Evangelische Kleinkinderschule im Fischereck 1, wo die politischen Gemeinde Hof und Gartenanteil, Scheuer und Stall, das Erdgeschoß mit Küche, Keller und eine Stube im ersten Stock für die Schwester gemietet hatte. Die Gemeinde trug Licht, Heizung, kleine Reparaturen und den Mietzins. Der Frauenverein als Träger der Kleinkinderschule bezahlte aus den Mitgliedsbeiträgen (20 Pf. im Monat) und den Elternbeiträgen (15 Pfennig im Monat) den Stationsbeitrag für das Mutterhaus Nonnenweier, das Wirtschaftsgeld für die Kindergarten-Schwester (1898:300 Mark im Jahr). Er trug alle Kosten für den Betrieb und die Anschaffungen.
 
1903 beschloss die politische Gemeinde ein Haus für die Kinderschule (Herrenstr. 1) zu bauen. 1904 wurde sie eingeweiht und im Namen der Gemeinde dem Frauenverein übergeben. Die Gemeinde bezahlte Licht (Öl), Heizung (Holz) und Reparaturen. Der Frauenverein trug die Stationskosten, Wirtschaftsgeld für die Schwester und alle Anschaffungen. 1906 betreute die Schwester allein 81 Kinder. Erst 1930 erhielt sie eine ungelernte Kraft und eine Reinemachefrau zur Unterstützung.
 
Im Advent 1904 wurden die Frauen zum ersten Mal zum „Kaffeekränzchen“ eingeladen. Bis heute findet das Kaffeekränzchen zusammen mit der Jahreshauptversammlung jährlich statt. Das High-Light der Versammlung ist nach wie vor der Glückshafen und kleine Sketche, die von den Vorstandsfrauen aufgeführt werden.
Nach der Inflation und W
eltwirtschaftskrise in den 20iger Jahren kam es zu finanziellen Engpässe, so dass nur mit einer Spende des MGV über 50 RM der Kassenstand ausgeglichen werden konnte.
 
Schwierig war die Zeit des „Dritten Reiches“ (1933-1945), als die Partei sofort versuchte Einfluss auf den Kindergarten zu nehmen. 1933 trat der Frauenverein als Körperliches Mitglied dem „Evangelischen Frauenverband für Innere Mission Baden“ bei um weiter arbeiten zu können. Die Führerin der NS Frauenschaft in Diersheim verlangte als zweite Vorsitzende in den Vorstand des Frauenvereins aufgenommen zu werden, was aus formellen Gründen abgelehnt werden konnte. Sie erreichte aber, dass die Vorstandsfrauen 14tägig an den Frauenschaftsabende teilnehmen mussten. Schließlich einigte man sich auf eine freundliche Zusammenarbeit zum Beispiel beim Organisieren von Kinderfesten oder einem Basar. Der Versuch der Partei, das christliche Element im Kindergarten zurückzudrängen, wurde von den Vorstandsfrauen des Frauenvereins zurückgewiesen. Ebenso tapfer waren die Kirchengemeinderäte, die sich 1944 weigerten dem Evang. Kindergarten die Benutzung des gemeindeeigenen Kinderschulhauses zu untersagen. Sie verwiesen die Partei auf den Weg der Räumungsklage, womit dieser Vorstoß – sicher durch die Kriegslage mitbedingt-im Sande verlief. Die NSV übernahm den Kindergarten nicht wie geplant ab Februar 1944. Die Diakonisse führte wie bisher die Arbeit weiter.
 
Um den Zugriff der Partei auf das Vermögen des Frauenvereins zu verhindern übereignete der Verein sein Vermögen der Ev. Kirchengemeinde, der für die Verpflichtung des Frauenvereins (Kindergarten) aufkam.
 
1935 fand der erste Seniorennachmittag „Fest der Alten“ im Gasthaus Adler statt. Bis heute werden im Advent die Diersheimer Senioren eingeladen. Damals wie heute backen die Vorstandsfrauen Kuchen für diesen Anlass. Seit den 70iger Jahren werden die Senioren auch zum Abendessen eingeladen und erhalten ein kleines Weihnachtsgeschenk. Auf Grund großer Teilnahme findet der Seniorennachmittag seit einigen Jahren in der Diersheimer Festhalle statt. Der Verein erhält von der Stadt Rheinau eine Zuwendung für die Verköstigung.
 
Vom 01.01.1944 bis zur ersten Generalversammlung im April 1946 wurden keine Eintragungen ins Protokollbuch vorgenommen. Ebenfalls wurden keine Mitgliedsbeiträge mehr eingezogen. Die Akten wurden im Pfarrhaus aufbewahrt.
 
Der Frauenverein wurde im August 1946 durch den Kirchengemeinderat und den in der Generalversammlung im April bestimmten Vertrauensfrauen aufgelöst. Aus dem Frauenverein wurde ein „Freundeskreis des Kindergartens“ gegründet, als Glied der Inneren Mission unter Führung des Kirchengemeinderats. Eine Arbeitsgemeinschaft von 8 Vertrauensfrauen standen dem Kirchengemeinderat beratend und helfend zur Seite.
 
Am 8. Februar 1950 wurde der „Freundeskreis des Kindergartens“ wieder in den „Evangelischen Frauenverein Diersheim“ umbenannt mit der Aufgabe den Kindergarten „ideell und finanziell“ zu unterstützen.
Die politische Gemeinde baute 1958 ein neuer Kindergarten mit Schwesterwohnheim im Mittelauweg. Am 17.05.1959 wurde er dem Frauenverein durch den damaligen Bürgermeister König übergeben. Inzwischen wurde der Kindergarten zwei Mal erweitert. Eine dritte Erweiterung/Umbau ist im Moment in Planung.
Heute sind Kirchengemeinde und Stadt Rheinau die Träger des Kindergartens. Dennoch ist der Frauenverein als „Förderverein“ eine wichtige Stütze des Kindergartens. In Zeiten von knappen Haushaltsplanungen können somit über den Frauenverein Anschaffungen getätigt werden, die sonst nicht möglich wären. Spiele, Spielgeräte für den Außenbereich oder auch andere nützliche Dinge.
 
Ebenfalls beteiligt sich der Verein bei Anschaffungen der Kirchengemeinde. Schon 1907 spendetet der Frauenverein 300 Mark für die elektrische Beleuchtung der Kirche. 2009 übernahm der Frauenverein die Kosten der Infotafel an der Kirche, der ab und zu durch den Frauenverein bestückt wird.
 
Zusammen mit Diersheimer Vereine ist der Frauenverein Gründungsmitglied im Verein „Dorfgemeinschaft Diersheim e.V.“ (2015).
 
Früher wie heute kommt das Gesellige nicht zu kurz. Jedes Jahr findet ein Ausflug statt. Seit 2009 tanzt die Kreistanzgruppe manavu unter der Ltg. von Karin Bäuerle unter dem Dach des Frauenvereins. An drei großen Dorffeste 1991 „Diersche vor ever“, 1995 „Diersheimer Sagenfest“ und 2016 „Diersheim im Herzen Europas“ war der Frauenverein zusammen mit der Kirchengemeinde und Kindergarten Mitveranstalter und bewirteten die Gäste im Pfarrhof. Ein doppeltes Geburtstagsfest wurde 1998 in der Festhalle gefeiert. 100 Jahre evang. Frauenverein und 100 Jahre evang. Kindergarten Diersheim.
 
Nun sollte am 20.06.2021 das 125jährige Jubiläum groß gefeiert werden. Wegen der Corona-Pandemie ist dies leider nicht möglich. Wir hoffen das Fest im nächsten Jahr feiern zu können.
Die Vorstandsfrauen ließen es sich trotz Corona nicht nehmen auf dem Rathausplatz mit einem Glas Sekt anzustoßen. Der „ Griesmuswickler“ wurde dem Anlass gemäß geschmückt.
 
Zur Erinnerung an unser Jubiläum erhalten unsere Mitglieder und Kindergartenkinder eine kleine Überraschung. In Absprache mit der Kindergartenleitung erhält der Kindergarten sein großes Jubiläumsgeschenk, wenn die Erweiterung/Umbau abgeschlossen ist.
 
Um den Kindergarten weiterhin großzügig unterstützen zu können ist der Verein auf Mitglieder angewiesen. Im Moment hat der Evang. Frauenverein 143 Mitglieder und 61 Ehrenmitglieder.
Jede Frau, egal welcher Konfession oder Alter, ist jederzeit herzlich willkommen.
 
A
Evang. Frauenverein Diersheim
Susanne Bohleber
 
 
Die Vorstandschaft seit Oktober 2025
 
 
Nathalie Haag, Christin Bossert, Christine Heidt, Gina Rifel, Maila Heubach und Isabelle Diebold
 
 
Veranstaltungen
So. 26.04.2026, 10:00 Uhr
Konfirmation in Linx
So. 03.05.2026, 10:00 Uhr
Konfirmation in Diersheim

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