Frauenchor / Kirchenchor Diersheim

 
 

 

Geschichte des Frauenchors Diersheim seit 1946

Als 1946 in Deutschland das Versammlungsverbot durch die Alliierten herrschte, gründeten Diersheimer Frauen und Mädchen einen Chor ,der bei Bestattungen von Gemeindemitgliedern den Trauerfeiern einen würdigen Rahmen verlieh. Unter der Leitung von Marie Luise Haag, Schwester von Fritz Kratzeisen, damalige Organistin der Diersheimer Dreifaltigkeitskirche und ehemaligen Musikstudentin, wurde somit der Frauenchor ins Leben gerufen. Vom damaligen Pfarrer Roth erhielt der Chor enorme Unterstützung.

Nachdem das Versammlungsverbot aufgehoben und der Gemischte Chor wieder zum Leben erweckt wurde behielt man den Frauenchor als Unterabteilung bei. Es wurde zur Tradition, dass man an Beerdigungen zu Ehren auch jener Menschen sang, die weder im Musikverein, noch Männerchor noch im Gemischten Chor Mitglied waren. Ansonsten übernahmen diese Vereine bei Bestattungen den musikalischen Rahmen. Nachdem Marie Luise Haag im Jahre 1974 schwer erkrankte dirigierte Fritz Kratzeisen bis zum Jahresende den Chor. Danach übernahm Ida Keck 20 Jahre lang den Dirigentenposten und die Leitung des Frauenchors, der sich bis heute ausschließlich über Spenden finanziert. Seit 1995 ist Dorle Gronau Ansprechspartnerin und man konnte in Clarisse Durban 1997 eine Dirigentin vom Fach gewinnen. Davor überbrückte Erwin Kratzeisen ein Jahr lang die vakante Dirigentenstelle. Die Kasse verwaltete bis 2008 Laura Haag, die nach dem Tod ihrer Schwiegermutter, Marliese Haag, das Amt von ihr übernahm. Heute obliegt Dorle Gronau die Organisation und die Kassenverwaltung.

Neben nahezu 25 Frauen, bestehend zum größten Teil aus Frauen des Gem. Chor und darüber hinaus noch von singwilligen Frauen aus Diersheim, singt mit Ida Keck heute noch ein Gründungsmitglied.

Der Frauenchor wirkt heute auf Wunsch der Angehörigen bei allen Trauerfeiern mit und nimmt alljährlich beim Gedenkgottesdienst am Ewigkeitssonntag teil.

 

 

Gemischter Chor  - Kirchenchor - Gemischter Chor und Kirchenchor

Diese Kombination haben sicherlich nicht viele Chöre vorzuweisen. 

In unserer Region gibt’s, nach meinen Recherchen, nur einen Chor –unseren Gemischen Chor in Diersheim – somit sind wir einmalig! 

Für Außenstehende ist dies schwer nachzuvollziehen und auf Anhieb nicht zu durchschauen und erkennbar. Auch wir Aktive hätten wohl so unsere Probleme damit. Singen wir jetzt als Gemischter Chor oder als Kirchenchor? 

Letztendlich ist die Örtlichkeit und die gesungene Literatur das Zünglein an der Waage um dies auseinanderzuhalten. Die Aktiven sind immer die gleichen.  

Der Gemischte Chor hat sich in den letzten 70 Jahren, trotz – oder gerade wegen dieser „Doppelfunktion“ auf weltlicher und auch kirchlicher Bühne behaupten können und sich positiv weiterentwickelt. Unsere Dirigenten konnten bei der Liedauswahl aus dem vollen Schöpfen und den Aktiven wurde es in keinem Falle langweilig. Die Geschmäcker gehen bekanntermaßen auseinander – so war für alle etwas ansprechendes dabei.  

Wie hat es eigentlich angefangen mit dem Kirchenchor?  

Da müssen wir in der Geschichte zu Beginn des 2. Weltkrieges zurückgehen, damit die Nachkriegsgenerationen die Situation und Lage besser verstehen und die Wünsche und Sehnsüchte von damals nachvollziehen können.  

1938 waren die letzten Eintragungen im Protokollbuch des Gemischten Chors Diersheim vor dem 2. Weltkrieg zu verzeichnen. Die Männer mussten in den Krieg somit war ein Singen als Gemischter Chor nicht mehr möglich.  

Die aktiven Sängerinnen sangen unter der Ltg. von Marie Luise Haag und unter dem 2. Vorstand des Gem. Chor, Magdalena Waag ,bei Beerdigungen verstorbener Mitbürger.   

Das Ende des 2. Weltkrieges bedeutete damals auch das Ende jeglicherVereinstätigkeit. Nach der Heimkehr der Männer vom Krieg und aus der Gefangenschaft wäre der Chor wieder singfähig gewesen, aber die Gesetze und Vorschriften der Besatzungsmacht erlaubten keinerlei Tätigkeiten derweltlichen Vereine und es herrschte Versammlungsverbot. So erging es auch unserem Chor.  

Ausschließlich auf Drängen des damaligen Pfarrers Dr. Roth, fand man den Gedanken den Gemischten Chor als Kirchenchor wieder ins Leben zu rufen. Hatte man doch bei der Gründung 1923, das Singen auch „Gott zur Ehr“ in die Statuten aufgenommen.Somit wurde der Chor am 23.09.1946 Kirchenchor der ev. Kirchengemeinde Diersheim. 

Pfarrer Dr. Roth ging mit Hans Hauß von Haus zu Haus und warb um aktive Mitglieder.In die „Chorleitung“ (Vorstand) wurden Marliese Haag, Magdalena Waag, Hilda Hauß sowie die Kirchengemeinderäte Paul Kratzeisen, Karl Kaiser u. Friedrich Häfele berufen.Bis März 1947 übernahm Marliese Haag vertretungsweise den Dirigentenstab bis ihr Bruder Fritz Kratzeisen aus amerikanischer Gefangenschaft zurückkam. Danach blieb sie weiterhin Vizedirigentin.  

Dank Pfr. Dr. Roth als „geistigem Vater“ und Initiator konnte so die reguläre Vereinsarbeit unter der Etikette „Kirchenchor“ wieder aufgenommen werden. Ein gelungener Schachzug und vor allem sein Verdienst, das wir deshalb auch heute feiern dürfen.  

Dieser Zustand sollte einige Zeit so bleiben, bis die Gesetze der Besatzungsmächte gelockert wurden. 

1947 sang der Chor am Karfreitag, dem Reformationstag und am Buß- u. Bettag. Am 09.03.1948 wirkte man beim 50 jährigen Jubiläums des Kindergartens mit.  

Am24.04.1948 durfte man sogar das 25 jährige Jubiläum des Gem. Chor in der Kirche feiern. Pfarrer Roth schrieb sogar eine Predigt für den Chor mit dem Thema  „Singet dem Herrn ein neues Lied“ die Predigt ist heute noch im Chorarchiv vorhanden.  

Am 13.08.1948 hat die Vereinsführung beschlossen, dass sich der Chor frei entscheiden darf ob er sich weiterhin Kirchenchor oder Gem. Chor nennen will. Die Aktiven stimmten bei der Generalversammlung am 01.04.1949 durch geheime Wahl ab. Die Mehrheit war für den Namen „Kirchenchor“ der dann weiterhin offiziell geführt wurde.  Es wurde einer neuen Satzung zugestimmt. Pfarrer Dr. Roth gab den Vorsitz ab und neuer 1. Vorstand wurde Karl Friedrich Roß. 

Seither ist nun der Chor sowohl Mitglied im Landesverband der Evangelischen Kirchenchöre, als auch Mitglied des damaligen Ortenauer Sängerbundes (heute OCV) und den übergeordneten Dachverbänden Badischer Sängerbund und Deutscher Chorverband.  

Unter allen Vorständen seit Pfarrer Dr. Roth, dies wären: Karl Friedrich Roß, Ehrenvorstand Hans Hauß, Thilo Bohleber oder den geschf. Vorständen Beate Hummel, Christiane Hellwig, Sabine Faulhaber, Heidi Moschberger und Susanne Bohleber, sowie den Dirigenten Fritz Kratzeisen, Ehrendirigent Volker Wielandt, Theo Feuchter, Regina Wittemeier, Claudia Dilles-Ullmann, Olaf Fütterer, Susanne Moßmann, Gabriele Niehoff und unserer heutigen Dirigentin Tatjana Schlegel, veranstalte der Chor unvergessliche Kirchenkonzerte, Adventskonzerte, Adventsabende oder man wirkte auf Wunsch des jeweiligen Pfarrers oder Pfarrerin bei Gottesdiensten und Gestaltung mit.  

Nach wie vor singen wir seit 1946 am Karfreitag, Buß- und Bettag und an Heilig Abend.  

Übrigens: 1964 änderte man bei der Generalversammlung den Chornamen wieder in den Gemischten Chor Diersheim um, blieb aber dennoch auch weiterhin dem Verband der Evangelischen Kirchenchöre treu.  

Gemischter Chor/Kirchenchor oder Kirchenchor/Gemischter Chor ?  

Dies ist eigentlich eine gute Kombination. Ist man doch als Sängerin oder Sänger in der weltlichen wie auch in der kirchlichen Chorliteratur zu Hause. Das bietet für uns Aktive und Dirigenten eine Abwechslung.   

Wo klingen Chorstimmen schöner als in einer Kirche?  

Wir singen gerne hier zum Lob des Herrn und zur aller Freude. 

Gemischter Chor Diersheim  Susanne Bohleber

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
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